Abschied nehmen

Katzen werden durchschnittlich 15 Jahre alt, je nach Haltung und Gesundheitszustand. Aber irgendwann ist es immer soweit: Irgendwann kommt der Tag, an dem Deine Katze stirbt.

Vielleicht wird sie krank und Dir bleibt Zeit, Dich darauf vorzubereiten. Vielleicht passiert es ganz plötzlich und von einem Moment auf den anderen ist alles anders als zuvor.

Ich möchte Dir in diesem Artikel ein paar Gedanken mit an die Hand geben für die Zeit, in der Du eigentlich keine Entscheidungen treffen möchtest:

  • was die Trauer um ein Haustier mit sich bringt
  • wie Du mit der Frage umgehst, wann und ob Du Dir eine neue Katze in Dein Leben holst
  • Wie Du Deine Katze bestatten kannst

Trauern erlaubt

Jeder Mensch trauert anders. Daher gibt es keine falsche Art, mit dem Tod eines geliebten Tieres umzugehen. Wichtig ist nur, dass Du Dir Deine Form des Trauerns zugestehst.

Es ist okay, traurig zu sein. „Tipsi“ war nicht bloß Tier, das zufällig in deiner Wohnung lebte. Sie war eine jahrelange Begleiterin und mit ihrem Tod kommen häufig die Erinnerung an sehr enge Momente, an schöne und lustige Erlebnisse, aber auch an geteilten Schmerz.

Es ist auch okay, nicht traurig zu sein. Gerade nach einer längeren Krankengeschichte kann Trauer sich auch in Erleichterung zeigen, dass „Lilly“ nicht mehr leiden muss. Viele beschreiben den Alltag der ersten Tage als die belastendste Zeit. Die Routinen, die sonst den Tag strukturiert haben, sind nun eine ständige Erinnerung.

Du greifst morgens automatisch nach der Katzenfutterdose und hörst kein ungeduldiges Miauen mehr. Wenn Du nachmittags von der Arbeit kommst, ist es plötzlich so still im Haus. Und abends wartest du vergeblich auf das Geräusch der Katzenklappe. An einen neuen Alltag musst Du Dich vermutlich erst gewöhnen und die Zeit darfst und solltest Du Dir geben.

Wenn „Kasimir“ nicht dein einziges Haustier war, sind die Veränderungen im Alltag meist weniger stark. Dafür bemerkst Du vielleicht auch bei Deinen anderen Tieren eine Veränderung. Denn auch Tiere trauern und auch sie trauern individuell. „Mona“ läuft vielleicht laut maunzend durch die Gegend und ist offenkundig verwirrt, dass sie „Kasimir“ nicht findet. „Pjotr“ beginnt vielleicht, sich zu verstecken und faucht Dich an. „Lulu“ entwickelt eine Putzstörung und oder uriniert an „Kasimirs“ Lieblingsplätze.

Viele Tiere suchen aber in der Zeit auch ganz besonders die Nähe zu ihren Menschen, also sei nicht überrascht, wenn Deine Tier anhänglicher werden statt abweisender.

Eine neue Katze?

Ob und wann eine neue Katze in Deinem Leben einzieht, ist ebenfalls eine sehr individuelle Frage. Ein neues Tier bringt immer Veränderung mit sich. Das kann von Trauer ablenken und die Gedanken auf etwas Positives fokussieren. Und so wie „Mimi“ Dich früher getröstet hat, wenn Du Liebeskummer hattest, kann „Legolas“ nach etwas Eingewöhnung Dir ein Begleiter durch diese schwere Zeit sein.

Vergiss aber nicht, dass „Legolas“ nicht „Mimi“ ist. Ihr steht noch am Anfang eurer Zeit als Team und müsst euch noch aneinander gewöhnen. Mach Dir bewusst, dass die Vertrautheit, die Dich und Deine Katze seit Jahren verbunden hat, nicht von heute auf morgen zwischen Dir und der neuen Katze entstehen kann.

Eine neue Katze hat einen neuen Charakter, neue Vorlieben und Verschrobenheiten, die Du noch entdecken musst. Wenn Du also das Gefühl hast, dass Du ständig denkst: „Aber Mimi hätte jetzt…“, dann tust Du weder „Legolas“ noch Dir einen Gefallen. Deine neue Katze solltest Du um ihrer selbst Willen lieben, so wie Du es auch bei „Mimi“ getan hast. Wenn aber noch andere Haustiere bei Dir leben und sie ein verändertes Verhalten zeigen, solltest du ebenfalls noch etwas warten. Lass sie erst den Verlust verarbeiten, bevor sie sich auf den Zuwachs einstellen können.

Zwar ist das Internet voll von Geschichten über trauernde Tiere, die durch tierischen Familienzuwachs ihren Verlust verarbeiten konnten, aber diese Fälle sind ausgesprochen selten. Gerade Katzen reagieren in der Regel auf jede Veränderung sehr sensibel. Sie zu überfordern könnte eher dazu führen, dass sie die neue Katze ablehnen.

Bestattungen

Tiere in Würde zu bestatten ist keine moderne Erfindung. Die ältesten gefunden Katzengrabstellen sind 12.000 Jahre alt und belegen, dass Menschen und ihre Haustiere schon sehr lange eine innige Beziehung pflegen.

Besonders im Alten Ägypten wurden Katzen sogar als Gottheiten verehrt und daher auch prunkvoll bestattet. Auch aus dem frühen Mittelalter sind viele Grabstellen von Haustieren, besonders Katzen, bekannt.

In Deutschland gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie es nach dem Tod Deiner Katze weitergeht. Du kannst sie bestatten lassen, um einen Ort der Trauer zu haben oder Deinen Tierarzt beauftragen, sich um den Körper zu kümmern. Oder Du kannst die Asche zu einem Diamant pressen lassen, um sie als Schmuckstück weiter bei dir zu haben.

Es gibt rechtliche Vorgaben, was Du wie tun darfst. Es ist aber Deine Entscheidung, was Du brauchst. Du musst Deine Katze nicht einäschern lassen, Du musst sie nicht begraben lassen. Was immer deine Gründe für Deine Entscheidung sind, sie sind valide.

Wichtig für die Bestattung ist aber die Frage, woran Deine Samtpfote verstorben ist. Litt sie an einer meldepflichtigen Krankheit, muss sie eingeäschert werden. Das ist sehr selten der Fall, kann aber bei Freigängern vorkommen. Meldepflichtig ist z.B. Toxoplasmose und auch eine SARS-Cov2-Erkrankung. Dein Tierarzt kann Dir schnell und unkompliziert darüber Auskunft erteilen und auch alles Nötige in die Wege leiten.

Bestattungsarten

Rechtlich ist für eine Tierbestattung alles das erlaubt, was auch für Menschen zugelassen ist, das heißt Erd-, Feuer-, See- und Luftbestattung. Darüber hinaus darf man aber auch die Asche in einer Urne Zuhause aufbewahren oder sie zu einem Diamanten pressen lassen.

Die am weitesten verbreiteten Bestattungsarten möchte ich Dir einmal vorstellen:

Der Standard: Die Verbrennungsanlage

Wenn Du nichts anderes entscheidest, ist per default die kreiszuständige Verbrennungsanlagen rechtlich verpflichtet, verstorbene Haustiere anzunehmen. Diesen Weg nimmt auch ein Tier, wenn es in einer Tierarztpraxis einschläfert wird  oder wenn ein Tierkörper beim Ordnungsamt gemeldet wird.

Wunder Dich nicht: Landläufig nennt man die Anlagen noch Tierkörperbeseitigungsanstalten, wie sie bis 2004 hießen. Wenn Du die für Dein Gebiet zuständige Anlage suchst, wirst Du nur den neuen Namen finden, aber in Gesprächen mit anderen Katzeneltern und auch mit Veterinärfachpersonal fällt noch oft der alte Name.

Im eigenen Garten begraben

Das Schöne an dieser Variante ist, dass Du einen nahen Ort zum Trauern hast und so „Käptn Balu“ nicht ganz aus Deinem Leben verschwindet. Du kannst das Grab mit seinen Lieblingsblumen bepflanzen oder einen kleinen Grabstein aufstellen.

Da Tiere in leicht verrottbares Gewebe gewickelt werden sollen, wenn man sie privat begräbt, kannst Du „Missy“ auch ihre Lieblingsdecke oder ein altes T-Shirt von Dir mitgeben. Alternativ gibt es auch Katzensärge bei Tierbestattungsinstituten oder Schreinern zu kaufen und Katzenurnen im Fachhandel.

In den meisten Fällen ist es erlaubt, eine Katze im eigenen Garten zu begraben, sofern das Grundstück in Privatbesitz ist und sich nicht in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet befindet. Wenn der Garten nicht Dir gehört, brauchst du natürlich eine Eigentümererlaubnis.

Das Grab muss dabei je nach Kommune ein bis drei Meter Abstand zu öffentlichen Wegen und Plätzen halten und mindestens 50 cm tief sein. Eine Grabstelle auf öffentlichem Gelände, also in Parks oder Wäldern, ist verboten.

In manchen Bundesländern oder Kommunen gelten zusätzliche oder davon abweichende Regeln, wenn z.B. der Grundwasserspiegel sehr hoch ist. Am Besten informierst Du Dich bei Deinem Veterinäramt, die Kontaktdaten findest Du auf der Website Deines Kreises.

Bestattungsinstitute

Inzwischen gibt es über 180 Bestattungsinstitute in Deutschland, die sich auch um Tierbestattungen kümmern. Sie bieten üblicherweise Erd- und Feuerbestattungen an und beraten und begleiten Dich in Deiner Trauer.

Meist hast Du die Wahl zwischen Sammel- und Einzeleinäscherung an. Bei der Sammeleinäscherung werden mehrere Tiere in einer gemeinsame Sammelurne am Krematorium beigesetzt. Wer die Asche seines Tieres selbst beerdigen oder in einer Urne oder einem Diamanten behalten möchte, braucht eine Einzeleinäscherung.

Bestattung auf einem Tierfriedhof

Ein Friedhof ist eine stille Umgebung, in der viel Platz für das Abschiednehmen gelassen wird. Er ist gerade für die Menschen geeignet, die nicht im eigenen Garten jeden Tag mit ihrem Verlust konfrontiert werden wollen oder keinen Garten haben. Außerdem empfinden es viele als tröstlich, dort in Gesellschaft anderer Trauernder zu sein.

Es gibt in Deutschland über 120 Tierfriedhöfe. Hinzu kommen Bestattungswälder, in denen auch Menschen zur Ruhe gebettet werden. Die meisten Friedhöfe haben einen Internetauftritt, auf dem sie Dich über die örtlichen Regeln und Abläufe informieren.

Begraben werden Katzen hier mit oder ohne Sarg oder Urne. Ein Grabstein ist nicht verpflichtend, aber erlaubt. Eine Mindestliegezeit bestimmt der Friedhof, meistens sind es zwischen 3 und 5 Jahren. Die Kosten liegen im Durchschnitt bei 400 Euro für die Grabstelle und Mindestliegezeit.

Urnen für Zuhause oder die Bestattung

Im Gegensatz zu Menschen darf Tierasche Zuhause aufbewahrt werden. Daher gibt es einen Markt für Tierurnen, die üblicherweise aus Keramik gefertigt sind. Neben den typischen Urnenformen gibt es zudem auch handgefertigte Kunstwerke, die dem verstorbenen Tier nachempfunden sind.

Wer sein Tier in einer Urne beerdigen möchte, kann auf biologisch abbaubare Urnen zurückgreifen. Besonders für Beerdigungswälder und den eigenen Garten werden diese Urnen häufig mit einem Jungbaum geliefert, der als natürlicher Grabstein fungiert. So erinnert etwas Lebendiges und Schönes an die gemeinsame Zeit.

Diamant

Eine Besonderheit bei Haustieren ist die Möglichkeit, die Asche in einen Diamanten pressen zu lassen und so z.B. als Anhänger an einer Kette zu tragen. Viele Tierbestattungsinstitut arbeiten direkt mit ihnen bekannten Firmen zusammen und organisieren die Bestellung und den Transport der Asche.

Das Prozedere ist allerdings zeitaufwändig und kann bis zu einem Jahr dauern, da die Asche in komplexen Verfahren verarbeitet werden muss. Dafür ist die Auswahl in puncto Farbe und Schliff in der Regel groß. Die Preise beginnen in der Regel bei 1500,- €.

Viele Firmen bieten auch an, den Diamant direkt in ein individuelles Schmuckstück einzupassen. So ist Tiffany immer bei Dir, wenn Du diese Nähe brauchst, und bereichert als einzigartiger Schmuck Deinen Alltag.