Geschichte der Siamkatze

Die Siamkatzen gehören zu den ältesten Katzenrassen überhaupt. Ihre Vorfahren kommen wie die der Perserkatze aus Südostasien.

Wie genau die Siamkatze entstand ist bis heute nicht ganz geklärt. Man geht allerdings davon aus, dass sich Katzen aus dem Mittelmeerraum mit den Südostasiatischen Katzen vermischt haben und sich daraus die Vorgänger der heutigen Siamkatze entwickelten.

Ursprünglich kamen die ersten Siamkatzen wohl aus Siam (dem heutigen Thailand). Die Haltung der edel anmutenden Katzen war damals ausschließlich den Angehörigen der Königsfamilie erlaubt.

Auch der Handel mit Siamkatzen war über Jahre streng verboten. Erst nach dem Tod des Königs von Siam im Jahre 1868 wurden die Regeln gelockert. So gelangten in den 1870er Jahren die ersten Katzen mit Seefahrern nach England und die USA.

Da die sehr ursprünglichen Katzen allerdings nur schwer mit dem Klima zurechtkamen und nicht an die Haltungsbedingungen gewöhnt waren verschwanden Sie recht schnell wieder von der Bildfläche.

Erst als der britische Generalkonsul Edward Blencowe Gould in den 1880er Jahren ein paar Siamkatzen Namens Pho und Mia geschenkt bekam erlebte die Rasse eine zweite Renaissance in Europa.

Wenig später im Jahr 1892 etablierte sich ein erster Rassestandard. In Deutschland begann die Siamzucht 1927.

Äußeres Erscheinungsbild

Die ursprüngliche Siamkatze war etwas kleiner als die heutige Hauskatze, das Fell hatte bereits die typische helle Farbe.

Durch Selektion bei der Zucht wurde der Körper hochbeiniger und schlanker gezüchtet. Die heutige Siamkatze ist mittelgroß, schlank und muskulös.

Die Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine. Der Kopf ist keilförmig und bildet mit den Ohren ein Dreieck. Die mandelförmigen, strahlend blauen Augen stehen geringgradig schräg.

Der ursprüngliche Knickschwanz gilt heute als Fehler, was zur Folge hat, dass betroffene Katzen nicht zur Zucht zugelassen werden.

Das weiche Fell liegt eng an der Haut an. Junge Siamkatzen besitzen eine helle Fellfarbe, die vollständige Ausbildung der Pointzeichnung ist erst mit neun Monaten abgeschlossen. Die Unterwolle ist im Vergleich zu anderen Katzenrassen nur schwach ausgebildet.

Als sogenannte Teilalbinos (Akromelanismus) haben Siamkatzen ein weißes Fell und leuchtende, blaue Augen.

Mit zunehmendem Alter wird das Fell immer dunkler. Die für die Siamkatze charakteristischen Abzeichen befinden sich oftmals an den Augen oder den Ohren. Neben den Grundtypen – Seal Point, Blue Point, Chocolate Point, Lilac Point – existieren über hundert verschiedene weitere Farbvarianten.

Tipp: Da Siamkatzen relativ wenig haaren, sind sie besonders für Allergiker geeignet.

Wesen und Charakter

Siamkatzen haben ein großes Selbstbewusstsein, einen ausgeprägten eigenen Willen und einen ganz eigenen Charm.

Die sensiblen Tiere sind sehr kommunikativ und verfügen über ein großes Repertoire an Lautäußerungen. Verschmust und verspielt wie die Siamkatze ist, baut sie schnell eine enge Bindung zu ihren Menschen auf und nimmt diese ganz für sich ein. Es kommt daher durchaus vor, dass Siamkatzen auf andere Haustiere im Haushalt sehr eifersüchtig reagieren.

Der Spieltrieb nimmt im Laufe der Zeit zwar ab, geht aber auch im hohen Alter niemals ganz verloren.

Siamkatzen sind sehr intelligent und von ihrem Halter entsprechend beschäftigt werden. Fühlt sich die Katze vernachlässigt, wird sie durch lautes Rufen auf sich aufmerksam machen. Chronisch unterforderte oder gelangweilte Katzen neigen dazu, Verhaltensauffälligkeiten zu entwickeln.

Haltung und Pflege

Einmal pro Woche Bürsten reicht in der Regel aus um das Fell Ihrer Siamkatze weich und knotenfrei zu halten.

Bei der Fütterung sind Siamkatzen sehr wählerisch. Eine Futterumstellung bei der Siamkatze kann schnell zu einem lautstarken Hungerstreik führen. Das Futter sollte einen hohen Proteinanteil und einen geringen Fettanteil aufweisen, um die Funktion der Muskeln zu unterstützen.

Da Siamesen wie die meisten Hauskatzen dazu neigen eher wenig trinken, müssen Sie auf eine ausreichende Wasseraufnahme achten. Trinkbrunnen wecken die Neugier und animieren Ihren Stubentiger zur Wasseraufnahme

Siamkatzen benötigen viel Beschäftigung. Abwechslungsreiches Spielzeug und Gesellschaft sind unbedingt erforderlich. Katzensitter werden während des Urlaubs nicht immer akzeptiert. Die Katzen sind empfindlich auf Kälte und Nässe, warme Liegeplätze sind unbedingt nötig.

Da Siamkatzen sehr neugierig sind und gerne auf Entdeckungsreisen gehen, ist ein gesicherter Auslauf eine willkommene Abwechslung. Zudem bieten sich zur Beschäftigung spezielle Intelligenzspiele für Katzen an, mit denen Sie Ihre Siamkatze fordern und fördern können.

Krankheiten

Durch Inzucht ist auch die Siamkatze nicht von genetisch bedingten Erkrankungen verschont geblieben. Dazu gehört unter anderem eine vererbbare Verdickung der Herzwand. Dabei führt die fortschreitende Einlagerung von Bindegewebsfasern in den Herzmuskel zu einer Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff. Im Krankheitsverlauf kann ein solches Herzproblem unbehandelt zum Tod durch Herzversagen führen.

Einige Siamkatzen leiden unter dem eher seltenen Picasyndrom, sie fressen gierig unverdauliche Stoffe, wie Teppichfasern. Verstopfungen und Darmverschlüsse sind die Folge.

Zu den Erbkrankheiten der Augen zählen Schielen und eine Degeneration der Netzhaut (progressive Retinaatrophie), die durch Abbau der Netzhaut zu einem Verlust des Sehvermögens führt.

Vermehrt können auch Stoffwechselerkrankungen, wie Amyloidose (Ablagerungen von Eiweiß in Leber, Niere und Herz) und Porphyrie (vermehrte Lichtempfindlichkeit) auftreten.
Durch Defekte an den Blutzellen können Blutarmut, Nieren- und Leberversagen auftreten.

Einige Siamkatzen leiden unter einer genetisch bedingt erhöhten Bildung von Nierenzysten und einer damit verbundenen funktionellen Einschränkung der Nieren.

So finden Sie den richtigen Züchter

Wenn Sie die Anschaffung einer Siamkatze planen, aber keine Zeit für die Erziehung eines Kätzchens haben, werden Sie vielleicht im Tierheim fündig. Doch auch verschiedene Notorganisationen wie www.rassekatzen-im-tierheim.de sind immer wieder auf der Suche nach einem Zuhause für in Not geratene Siamkatzen.

Für die Suche nach einem geeigneten Züchter, sollten Sie sich genügend Zeit lassen.

Besonders wichtig sind die Bedingungen unter denen die Katzen beim Züchter aufwachsen. Bis zur 12 Lebenswoche benötigen junge Kätzchen unbedingt ihr Muttertier. Wenn Ihr Züchter seine Katzen wesentlich früher abgeben will oder diese nicht unter der Führsorge des Muttertiers aufwachsen, ist dies definitiv Grund genug um die Suche fortzusetzen.

Außerdem sollten Sie einen Blick auf den Stammbaum werfen und um Dokumente bitten, die den Gesundheitszustand der Elterntiere protokollieren. Um die Gewissheit zu haben, dass Ihre Siamkatze keine Erbkrankheiten in sich trägt, müssen die Testergebnisse beider Elterntieren negativ sein.

Bedenken Sie darüber hinaus, dass Ihr Züchter bei Fragen oder Problemen Ihr erster Ansprechpartner sein wird. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, wenn die Chemie zwischen Ihnen und Ihrem Züchter stimmig ist.

Abschließend raten wir ihnen nur Kätzchen zu kaufen, die bereits gechippt entwurmt und vom Tierarzt geimpft wurden.

 

Bildquellen

Siamese cat © Depositphotos.com/Goodday